Über mich

stepha_quitterer

© Knaus Verlag

 

Ich wurde so-sehr-achtziger im niederbayerischen Eggenfelden geboren, von wo aus ich nach dem Abi schnellstmöglich zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr nach Rio de Janeiro aufgebrochen bin. In Brasilien habe ich mit Straßenkindern und im Kinderkrebskrankenhaus gearbeitet, sehr viel und gern Samba getanzt und mit Augusto Boal und seinem „Theater der Unterdrückten“ in Jugendgefängnissen Theaterprojekte aufgezogen. Ich erinnere mich, vor Augusto Boal tatsächlich in Erwägung gezogen zu haben, für immer und ewig ins Kloster zu gehen (diese Ruhe! Dieses geregelte Leben! Die Beterei hätte man schon irgendwie überstanden) – nach Augusto Boal aber wollte ich Theater machen.

Nach kleinen, mittleren und größeren Umwegen, die ein Politik – und ein Psychologiestudium in Berlin, Kairo und Moskau mit sich brachten, verschwand ich für eine herrliche Zeit auf verschiedenen Probebühnen in Berlin, Hamburg und Hannover, bis ich zum Regiestudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München zugelassen wurde – eine Entscheidung, die man allerdings nach einem Jahr schon unsanft revidierte, indem man mich hochkant wieder rausschmiss. „Dass es gut war, wie es war, weiß man später erst/ Dass es schlecht ist, wie es ist, weiß man gleich“, singt die Knef und hat, wie immer, Recht: nur eine Spielzeit später war ich plötzlich feste Regieassistentin am von mir so geliebten Deutschen Theater in Berlin. Sehr, sehr gute Zeit.

Als 2011 meine Tochter geboren wurde und mir schon nach wenigen Wochen Elternzeit gehörig die Decke auf den Kopf fiel, klemmte ich mir Kuchen, Kaffee und Tochter unter den Arm und klingelte 200 Tage lang jeden Tag so lange an den fremden Wohnungstüren in meiner Straße, bis mir jemand öffnete, der zufällig und spontan gerade Lust auf ein Kaffeekränzchen mit mir hatte. Über die Geschichten, die mir die Menschen an ihrem Küchentisch erzählten, schrieb ich erst einen Blog – und schließlich ein Buch: im Frühjahr 2016 erschien „Hausbesuche – wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte“ im wunderbaren Knaus Verlag.

Buch und Tochter haben mein Leben scharf gestellt: wie ein verschollener Blindgänger kam an die Oberfläche, was schon vor und auch nach Augusto Boal mein heimlichster Wunsch gewesen wäre, hätte ich ihn mir erlaubt: das Schreiben. Trotzdem ich das Theater noch immer liebe, liebe ich inzwischen die Ruhe meines Schreibtisches noch mehr (ist es die perfekte Mischung aus Kloster und Augusto Boal?) – wo ich literweise Earl Grey trinke und mir nach Herzenslust Geschichten ausdenke, die ich nicht mit der Wirklichkeit abgleichen muss.

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17 Kommentare

  1. Hallo Stepha,
    Danke für die Inspiration mit Deinem Buch „Hausbesuche“! Die Idee hat mich nicht mehr losgelassen, so dass auch ich jetzt versuche mit Kuchen meine Nachbarn kennenzulernen 🙂
    Es fällt mir wirklich nicht leicht zu klingeln und doch habe ich mittlerweile schon ein paar nette Menschen aus dem Viertel gesprochen.
    Auf Deinem Blog tut sich ja nicht mehr so viel – sehr schade, denn ich würde gerne mehr von Dir lesen. Ich hoffe es geht Dir gut.
    Alles Liebe,
    Sandra

  2. Isabel sagt

    Liebe Stepha,
    danke für deine Hausbesuche :-), habe dein Buch gerade ausgelesen und am nächsten Tag ganz spontan meine Komfortzone verlassen und eine Tramperin mitgenommen! Das hätte ich ohne deine ‚komm-überwind-dich-Kuchen‘ nicht gemacht. Das Ergebnis war ein kleiner und spannender Einblick in das Leben einer fremden Frau, die dann, nachdem wir uns einander vorgestellt hatten, nicht mehr fremd war. Noch besser war aber, zu verstehen, warum sie trampt und, da sind wir wieder bei den Vorurteilen, es natürlich sinnvoller ist, einfach nach dem Grund zu fragen, als sich im Stillen den Kopf über mögliche Gründe zu zerbrechen (Gedanken, die bi mir meistens viel irrer oder abgedrehter ausfallen, als das Leben des ‚Anderen‘ dann tatsächlich ist!) Also nochmals. Danke! Und die besten Grüße aus dem niederbayerischen Eging am See, Isabel

  3. Martina sagt

    Hallo Stephanie, gerade habe ich die „200 Hausbesuche“ ausgelesen und bin hin und weg…Von der Idee, unbekannte Menschen zu besuchen, über seinen “ Schatten“ zu springen und dabei so wunderbare Erfahrungen zu machen. Als Pfarrerin klingel ich hin und wieder auch zum Geburtstag an fremde Türen. Aber mein“Amt“ verändert natürlich die „Atmosphäre“ mehr oder weniger. Gestern auf der Kanzel predigte ich über den Sündenfall und habe dein Buch angesprochen, als Möglichkeit, auf andere zuzugehen, als Brückenbauer in zwischen Menschen. Dank dir für die eindrücklichen Lesestunden und dafür, dass mein Glaube an ein gutes Miteinander und „Weltfrieden“ wieder gestärkt würde. LG, Martina

  4. Ulrike Wagner sagt

    Hallo Stepha,
    Ich habe dein Interview in der Zeitschrift „Eltern“ gelesen und dabei geschmunzelt – das muss die Tochter vom Dr. Quitterer sein. Wir kennen uns aus der KVB Zeit – dort arbeitete ich bis zu meinem Beginn der Elternzeit. (…)

    Ich werde mir dein Buch gleich bestellen – die Leseprobe war schon so „saggrisch guad“.

    Alles Liebe aus Landshut
    Uli

  5. Angela Fischer sagt

    Hallo Stepha
    zufällig bin ich beim Lesen von Bücherblogs auf dein Buch gestoßen,das Thema hat mich sofort gepackt und das Buch verschlinge ich gerade. Erstmal ist es unterhaltsam, lustig , flott zu lesen, macht halt Spaß. Aber die Idee, sich mal ganz in der Nähe umzuschauen, die Menschen ohne Vorverurteilung wahr zunehmen, hat mich noch viel tiefer gepackt und kalt erwischt bei meinem eigenen Vorurteilsdenken. Es gibt ein weiteres beeindruckendes Berlin Buch: „Ruhige Straße in guter Wohnlage“ von Pascal Hugues. Die Journalistin besucht auch ihre Nachbarn und erfährt unglaublich berührende Lebensgeschichten. Es lohnt sich also, mal von der Couch aufzustehen und sich umzuschauen!
    Übrigens macht dein Buch auch sprachlich viel Spaß, ähnliche wundervolle Wortneuschöpfungen habe ich bei Hildergard Knef im „Geschnekten Gaul“ gelesen, herrlich!
    Viele Grüße und Dank für so viel Anregung
    Angela

  6. else meixner sagt

    liebes rotkäpli, danke für dein wunderschönes buch. ich freue mich schon sehr auf dein nächstes!!! und würde auch gerne deinen blog lesen. da ich aber noch ganz unerfahren damit bin, lass mich doch wissen wie ich dahin komme.(bin bald 70 und noch neuling damit)aber deinen rehrücken habe ich gestern gebacken und habe einen kleinen änderungsvorschlag: erst den schokoüberzug auftragen und dann
    mit den mandeln spicken.geht leichter und sieht auch noch besser aus.ich wünsche dir und marie alles liebe-ich hoffe, es geht euch gut und freu mich auf eine antwort. ganz lieber gruss-else

    • Liebe Else! Ja, das Mandelgespicke-und-mit-Schoko-Überziehen ist leider sehr aufwendig, ich versuche mal deine Version.
      Im November besteht ja praktisch Rehrückenpflicht… Meinen alten Blog gibt es nicht mehr, aber den Plan, die alten Hausbesuche hierher zu transferieren – ich brauche nur, wie du weißt, immer ein bisschen vom Plan zur eigentlichen Ausführung… Alles Liebe, Stepha

  7. Achim sagt

    Hallo Stepha,

    vor Wochen drückte mir ein Mensch, der einen sehr großen Platz in meinem Herzen einnimmt, Dein Buch in die Hand. Normalerweise verschlinge ich Bücher, da sich jedoch meine Lebenssituation so drastisch verändert hat, dass ich immer noch fassungslos und unendlich traurig bin, hatte ich bereits fünf angelesene Bücher im Nachtschränkchen liegen. Dieses meinte ich bei der Buchübergabe auch anmerken zu müssen, doch es wurde betont, dass das Buch mir gefallen wird.

    Dein Buch starrte mich wochenlang vom Eßtisch an und ich starrte zurück und dachte mir, dass ich mich nicht darauf konzentrieren könnte. Dann siegte jedoch die Neugierde und mit dieser die Begeisterung. Das war genau das, was mein Herz brauchte. So habe ich es nicht verschlungen, sondern Abend für Abend genossen. Du hattest den Mut, über Deinen Schatten zu springen und wurdest mit tollen Erfahrungen und neuen Freunden belohnt. Für mich war es eine Wohltat, davon zu lesen. Du hast eine wunderbare Gabe, denn ich war bei jedem Hausbesuch dabei, da Du diese so eindrucksvoll geschildert hast.

    Daher möchte ich Dir und dem lieben Menschen, welcher mir Dein Buch überreichte danken. Ich mag Menschen, die so wunderschön schreiben können und wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute und viel Kraft!

    Liebe Grüße
    Achim

  8. Liebe Stepha,
    Bereits in deinen Anfängen las ich dein Rotkapi-Blog, das mir in einer schwierigen Zeit viel Freude bereite. Damals lud ich dich samt Kuchen zu mir ein, falls du deine Wette auf das Rheinland ausdehnen wollen würdest, doch leider kam es nur dazu. Stattdessen las ich auch eine Weile bei Okka und Fanny, und irgendwann war die Zeit des Bloglesens auch wieder vorbei.
    Vorgestern dann fiel mir dein Buch in die Hände. Viele Blogschreiber werden auch zu Buchautoren, und gerade wenn ich die Blogs kenne, langweilen mich die Bücher eher als dass sie mir Neues berichten könnten. Ich hätte gedacht, dein Buch gäbe es schon mindestens drei/ vier Jahre… Aus Sentimentalitis nahm ich es zum Blättern mit.
    Es ist großartig geworden, Stepha. Ich habe es in einem Rutsch mit zunehmenden Vergnügen gelesen, vieles aus deinem Blog vermisst und mit großer Freude festgestellt, dass es noch einmal ganz andere Blicke gestattet. Ich werde es in diesem Jahr mehrfach verschenken – als Inspiratiobsquell, Gedankenanstoss und einfach, weil es Spaß macht.
    Ich wünsche dir alles Gute weiterhin und dass du dir deine Einzigartigkeit bewahrst. Mit Freude lese ich dich wieder und weiter… Danke für dein Teilhabenlassen!
    Btw: schade dass du nicht bei Twitter bist 😉
    Alles Liebe
    (Erz-)Angie

    • Liebe Angie,

      wie schön, hier wieder von dir zu hören. Ich hoffe, deine schwierige Zeit ist überwunden – und in den vergangenen vier Jahren auch keine unüberwindbare andere schwierige Zeit aufgetaucht… Danke für deine lieben Worte, ich freue mich sehr – und sollte ich mich irgendwann im Rheinland aufhalten, könnten wir ja vielleicht doch einen wette-losen Kaffee nachholen.
      Liebe Grüße,
      Stepha

  9. „Manchmal muss man sein Glück in die Hand nehmen…und schnallt erst später, welche Chance da grad ergriffen wurde… „. Bin heute über einen Artikel in der Rheinpfalz auf Dich, Deine grandiose „Schnapsidee“ und das daraus resultierende Buch gestoßen. Würde Deine Geschichte gern auf meinen Blog http://www.glueck-und-so.de verlinken…und freu mich auf’s Lesen deines Buches ;-), danke dafür, herzlichst Gabi Saler

    • Liebe Gabi,
      ich freue mich sehr, wenn du die Geschichte auf deinem Blog verlinkst!
      Und ich freue mich, dass es mit deiner Anpassungsfreude nicht so weit her ist 😉 , dafür aber mit deinem Gestaltungswillen.
      Danke dir also meinerseits für die schöne Lektüre!
      Herzliche Grüße, Stepha

  10. Andrea sagt

    Hallo Stephanie,

    Ich war im März auf der Leipziger Buchmesse bei deiner Lesung und habe anschließend dein Buch gekauft, natürlich nicht ohne eine Widmung von dir.

    Bisher hatte ich immer nur einzelne Kapitel gelesen. Heute allerdings hab ich dein Buch von Anfang bis Ende durchgelesen. Und ich muss sagen, es ist echt beeindruckend. So flüssig zu lesen, so wunderbar geschrieben. Und immer noch hab ich dich bei der Lesung vor Augen. Das war echt toll! Vielen Dank für das einzigartige Buch, ich empfehle es sehr gerne weiter!
    Herzliche Grüße aus Thüringen!

  11. Andrea sagt

    Hallo Stepha,
    Ich komme auch aus dem Rottal und hab mir dein Buch wg. dem interessanten Bericht in der PNP gekauft und habs innerhalb weniger Tage gelesen. Viel gelacht, nachgedacht über das Schubladendenken und Lust auf Kuchen bekommen. .. Ein tolles Buch! Das werde ich jetzt an meine Freundinnen verschenken! Freu mich auf weitere Bücher von dir! Herzliche Grüße aus Niederbayern.

  12. Hallo Stephanie,
    Ich habe gerade in nullkommanix dein Buch verschlungen. Samt Rezepten und Speichelfluss 😀

    Grandiose Idee einfach die Mauern im Oberstübchen einzureißen! Und so locker lustig geschrieben, dass ich das Gefühl bekomme, eine Freundin erzählt mir mal wieder von ihren schrägen Ideen, für die ich sie liebe und bewundere…

    Und tatsächlich überlege ich mal selber loszuziehen… Vielleicht schaff ich ja deinen Rekord von 57 missratenen Kuchen zu übertreffen (backen ist gar nicht mein Ding).

    Viele Grüße an alle Schwestern und Brüder im Geiste (mit und ohne Mauern) und ein großes Dankeschön an dich, Stepha, dass du deine Erfahrungen mit und teilst!

    • Hallo Eva,

      was für ein lieber Kommentar, vielen Dank! Und ich kann das Losziehen wirklich nur empfehlen – also nicht lang überlegt, ran an die missratenen Kuchen!
      Herzliche Grüße und viele bereichernde Erlebnisse beim fröhlichen Mauerneinreißen,
      Stepha

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