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Radikalkur: Basel

Wenn man das Gefühl hat, mit einem Fuß auf dem Gas und mit dem anderen auf der Bremse zu stehen, setzt man sich am besten in einen Zug. Nicht, um schneller voran zu kommen. Sondern um sieben Stunden aus einem Fenster starren und vor sich hin denken zu können. Nachdem man sieben herrliche Stunden lang ohne ein einziges Fingerklopfen aus dem Fenster gestarrt und hin und wieder sogar ein bisschen nachgedacht hat – über das Verschwinden, über das Bleiben, und auch, wenn man es recht bedenkt, über das Zurückkehren – kommt man in einer Stadt an, die einen mit der distinguierten Diskretion einer häubchentragenden Sanatoriumsschwester empfängt. Im besten Sinne. An welchem Ort wäre ich in meinem Zustand besser aufgehoben, als in einem Städtli, in dem die Hüsli allesamt Fensterlädeli habeli, und, um nur ein Beispiel zu nennen, Brillen nicht einfach „Brillen“, sondern „Scharfmacher“ heißen? Als ich Geld wechseln will und der Kartenleser so beängstigend langsam ist, spüre ich schon wieder meine Finger klopfen. Ich frage, halb entschuldigend, halb nervös, den sehr gepflegt aussehenden Menschen hinter …