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Coney Island, Berlin.

Mit Coney Island verbinde ich zweierlei: zum einen eine höchst romantische Vorstellung von Sommerfrische, Brise, weißen Hüten, gehäkelten Handschuhen, Raddampfern, Liebeserklärungen und gesalzenen grünen Erbsen in Zeitungspapier. Zum anderen die eher wenig romantische Vorstellung von Vergnügungspark und sich im Sand sardinös wälzenden Menschenmassen in unvorteilhafter Badekleidung. Abschreckend genug. Merkwürdig, dass einen trotzdem – und vor allem wochenends – eine scheinbar ewiglich unerfüllbare Sehnsucht nach Coney Island aufbrechen lässt. Mein Coney Island liegt im Grunewald und ist eine Sanddüne, die, wählt man den richtigen Farbfilter, nach genau dem aussieht, was sie ist: eine ehemals dem industriellen Abbau von Feinsand dienliche, jetzt verlassene Kiesgrube inmitten von Kieferngrün. Aber da man, wie bei so ziemlich allem, den Farbfilter der Betrachtung frei wählen kann, wählt man einen, durch den hindurch die Ödnis nach dem aussieht, was sie sein kann: Paradies. Sanddüne. Madagaskar. Die Kiefern werden Palmen und am Südhang ist es so warm, dass man schon barfuß gehen kann, während in der Innenstadt noch Schnee liegt. Oben sitzen die Menschen wie Sammelfiguren und halten ihr Gesicht in die Sonne. …