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Mascha.

Mascha: weiche Wärme, warme Weichheit, lautes Lachen, Teekessel. Den Tee serviert sie uns russisch schwarz nach Samowarprinzip, dazu in kleinen Schälchen: Kandiszucker, Halwabruch, Walnusswurst vom letzten Georgienurlaub. In ihrer Küche: Tapete, Nostalgie, Lebenslust. Russland. „Ich hab’s geschafft bis 40. Ich meine: ich bin 40 geworden und hab’s überlebt. 40 ist eine Zahl, wo du dir als Frau Gedanken machst: was hast du erreicht. Mit Kindern, das wird nicht mehr lange gehen – und wenn du keine Kinder hast, fragst du dich, ob du wenigstens beruflich etwas erreicht hast. Ich will einen Mann – nein, das darf ich nicht so vage formulieren, ich will einen klugen Mann, zwei Kinder, und von meinem kreativen Beruf leben können. Du siehst: davon bin ich meilenweit entfernt. Mein Leben ist eine ständige Krise. Meine erste große Krise – also: große Krise – hatte ich bei meiner Abreise nach Deutschland, da war ich 23. Meine Mutter hat mein Auswandern als Verrat gesehen und gesagt, sie wird einen tschetschenischen Jungen adoptieren, weil Jungs ihre Mutter immer lieben und Mädchen eben nicht. Dann …

Berliner Türen

Ein Mann öffnet. Ich freue mich über jeden, der öffnet. Auch, wenn er keine Frau ist und keine roten Locken hat. „Entschuldigen Sie, ich suche eine Frau, bei der im Wohnzimmer ein Strandkorb steht und die sich von ihrem Mann getrennt hat? Meiner Erinnerung nach müsste sie hier im Haus wohnen, und zwar nicht im ersten Stock, weil man von ihrem Küchenfenster aus die Blätter der Linde im Hinterhof sieht – und nicht den Stamm.“ – „Und wie heißt sie?“ „Das eben weiß ich nicht, sonst würde ich ja einfach bei ihr klingeln und nicht bei Ihnen. (Scherzkeks). Sie ist vor fünf Jahren eingezogen, hat rote Locken und hinkt, weil sie mal einen Motorradunfall hatte.“ Er weiß jetzt, wen ich meine, das seh ich ihm an. Er aber mustert mich misstrauisch: „Und warum suchen Sie sie? Schuldet sie Ihnen Geld oder sowas?“ „Nein. (Was für eine Frage! Ist er … Drehbuchschreiber?? Werde sofort neugierig. Rückfallneugierig. Erwäge, ihm aus dem Stegreif ein Kaffeekränzchen mit mir anzutragen. Aber ich bin etwas aus der Übung – und außerdem …