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Harriett Pracht.

Ich habe Harriett auf einer Sprachreise kennengelernt. Ich war 14 und in Torbay, weil ich kein Highschoolyear in Amerika machen durfte. Harriett war 16 und in Torbay, weil sie gerade nach mehreren Jahren in Lagos zurück nach Deutschland gezogen war und für’s deutsche Schulsystem ihr Pidgin-Englisch oxfordtauglich machen sollte. Wir mochten uns auf den ersten Blick. Harriett hatte schon damals eine unglaubliche Art, für jedes Problem das richtige Rezept zu haben. „Rezept“ im doppelten Wortsinn: Lösungsanleitung einerseits und Zubereitungsart einer Speise andererseits. Bei Harriett schien beides ein und dasselbe zu sein. In egal welcher Lebenslage man auch gerade steckte – Harriett wusste, was man essen musste, um sich am eigenen Haarschopf wieder heraus zu ziehen. Wie eine Hexe glaubte sie an die Kraft des richtigen Essens. Damals beschränkten sich ihre Rezept-Anweisungen zwar noch auf „Du brauchst Dairy Milk“ (nachdem sich herausstellte, dass in dieser merkwürdigen Gastfamilie „überraschend“ Familienbesuch angesagt war und ich mein Zimmer plötzlich mit den Spice-Girls-dauersingenden Zwillingen teilen musste),  oder „Okay, wir brauchen Thunfisch. In egal welcher Form, zur Not auch als eins …